Kategorien
Familiensystem

Ich wünsch mir was, was du nicht weißt – oder auch – Ich zähle jetzt bis drei

Ausweglose Situationen

Auf den ersten Blick scheinen diese zwei Aussagen nicht viel miteinander zu tun zu haben. Doch wenn wir uns mal anschauen in welche Situation sie uns bringen, dann gibt es da viel Gemeinsames.

Beide Aussagen führen nämlich dazu, uns in eine Position der Hilflosigkeit, des Ausgeliefert-Seins und der Opferrolle zu bringen. Alles keine schönen Positionen. Denn sie sind so schrecklich weit von uns selbst weg.

Mit meinem Blog möchte ich euch gerne auf den Weg zu euch selbst bringen. Aufzeigen, was es bedeutet, für sich selbst, sein Handeln, aber auch seine Wünsche Verantwortung zu übernehmen.

Schauen wir uns doch die erste Aussage mal genauer an.

Ich wünsche mir was, was du nicht weißt.

Fallen euch spontan Beispiele ein, wann euch das in eurem Alltag betrifft?

Ich meine damit Situationen wie:

  • Ich wünsche mir von meinem Mann, dass er mir Blumen mitbringt. Ich sage aber nichts, weil er selbst darauf kommen soll.
  • Ich wünsche mir von meinem Kind, dass es leise spielt, weil ich heute Kopfschmerzen habe. Ich sage aber nichts, weil ich weiß, dass ein Kind auch mal laut ist und ich es in seiner Entwicklung nicht einschränken möchte.
  • Ich wünsche mir von meiner Freundin, dass sie sich auch mal bei mir meldet. Ich sage aber nichts, weil ich diese Freundschaft nicht belasten will oder erzwingen will.

Sicherlich fallen euch noch mehr Beispiele ein, die euch persönlich betreffen.

Ja all diese Beispiele kann man argumentieren, sie seien richtig, weil auf die Bedürfnisse des Anderen Acht gegeben wird. Sprich der Mann soll ja nicht bevormundet werden, das Kind eingeschränkt usw.

Doch wo genau bleibst du? Wer schaut nach dir und deinen Bedürfnissen? So ungern du das vielleicht hörst, aber das musst du schon selber tun.

Denn es gibt immer einen Mittelweg. Es gibt immer die Möglichkeit seine eigenen Wünsche und Befindlichkeiten zu äußern, OHNE den anderen zu einem bestimmten Handeln zu zwingen. Doch nur wenn der Gegenüber weiß, was wir wirklich denken und fühlen geben wir ihm eine Chance auch darauf einzugehen oder zumindest darüber ins Gespräch zu kommen.

Und genau hier sehe ich ein ganz großes Potenzial für jeden von uns. Ins Gespräch kommen. Sich selbst in Kommunikation bringen.

Schauen wir uns nun noch die zweite Aussage an.

Ich zähle jetzt bis drei

Ich habe diese Aussage gewählt, da ich mich viel auf Spielplätzen aufhalte und sie mir dort immer mal wieder unterkommt.

  • XY komm jetzt bitte wir gehen nach Hause…….Kommt jetzt bitte habe ich gesagt……..XY Ich zähle jetzt bis drei

Und dann? Ich habe es noch nie erlebt, dass nach der Drei eine wirkliche Konsequenz kommt. Sicherlich geht die Kommunikation mit dem Kind dann weiter und es wird versucht mit noch mehr Druck oder auch dem einfachen Weggehen der Mutter zu erreichen, dass das Kind nun mit kommt. Außer Frust bei der Mutter und Angst bei dem Kind bleibt am Ende von solchen Situationen nur leider nicht viel übrig.

Doch wie kann es so weit kommen?

In dem Moment in dem wir uns innerlich entschließen zu sagen: Ich zähle jetzt bis drei; geben wir alle Verantwortung für das weitere Geschehen in die Hände des Kindes. Und egal wie alt dieses Kind ist; 2,4 oder 7 – es ist zum einen viel zu viel Verantwortung für dieses Kind und wir begeben uns wieder in eine Hilflosigkeit und Opferrolle. Beides keine Rollen die gegenüber Kindern förderlich sind.

Doch warum passiert das? Wie immer gibt es die vielfältigsten Möglichkeiten, warum genau du manchmal in diese Falle tappst, aber möglich wäre zum Beispiel:

  • Du möchtest nicht immer der alleinige Bestimmer sein.
  • Du möchtest nicht immer die „Doofe“ sein, die die „bösen“ Sachen gegenüber ihren Kindern durchsetzt
  • Du möchtest es auch mal leicht haben

Welche möglichen Beweggründe fallen dir noch ein?

Du siehst also, beide Aussagen der Überschrift bringen uns in eine Situation, in der wir den weiteren Verlauf nur noch schlecht bis gar nicht mehr beeinflussen können und nur noch auf das Beste hoffen können.

Ich lade euch dazu ein, aus dieser Haltung auszusteigen und für euch selbst einzustehen.

Für mich heißt das nicht, andere überzubügeln oder zu bevormunden, sondern einfach sich selbst zum Ausdruck zu bringen. Sich selbst mit seinen Wünschen, Bedürfnissen, Vorstellungen und damit dem anderen den Raum zu geben, darauf einzugehen.

Was würde das für die genannten Beispiele bedeuten?

  • Dem Mann könnte ich sagen, dass ich mir wünschen würde, im Alltag immer mal eine kleine Aufmerksamkeit zu bekommen. Zum Beispiel Blumen.
  • Dem Kind könnte ich sagen, dass ich heute Kopfschmerzen habe und ob es bitte leise spielen kann.
  • Der Freundin sagen, dass man sich nicht gut dabei fühlt, immer diejenige zu sein, die schreibt
  • Und dem Kind am Spielplatz kann man sagen, dass man selbst nun wirklich nach Hause gehen möchte, weil es langsam dunkel wird und man selbst auch keine Lust mehr hat.

Dies sind Möglichkeiten ins Gespräch zu kommen. Dann kann sowohl ein Partner, als auch das Kind seine eigene Meinung sagen, vielleicht anderen Vorschläge bringen. Und im allerbesten Fall kann man – zumindest mit Erwachsenen – vertieft darüber ins Gespräch kommen, welche versteckten Bedürfnisse noch so hinter den Wünschen stecken und wie man damit umgehen kann.

Bitte versteht alles was ich hier im Blog so schreibe immer nur als grobe Anregung. Als kleinen Denkanstoß.

Denn jeder von euch darf seinen ganz eigenen Weg, mit seinen eigenen Worten finden.

Ich lade euch dazu ein, in den nächsten Wochen mal verstärkt darauf zu achten, wie ihr euch mit bestimmten Aussagen in eine ausweglose Situation bringt und welche Alternativen es eventuell gibt. – Spannend hierbei ist auch, dass es sich in ALLEN Lebensbereichen beobachten lässt. –

Hast du für dich Situationen über die du dich gerne intensiver austauschen möchtest, so schreibe mir gerne.

Beginne deine Reise JETZT

Quellenangabe: Foto PRESSLAB/shutterstock.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.