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Die Geschichte vom Seestern und dem kleinen Unterschied

Ein alter Mann geht bei Sonnenuntergang den Strand entlang. Er beobachtet vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhebt und ins Meer wirft. Er holt ihn schließlich ein und fragt ihn, warum er das denn tue. Der junge Mann antwortet, dass die gestrandeten Seesterne sterben, wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben. „Aber der Strand ist kilometerlang und tausende Seesterne liegen hier. Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?“, sagt der alte Mann. Der junge Mann blickt auf den Seestern in seiner Hand und wirft ihn in die rettenden Wellen. Er schaut den alten Mann an und sagt: „Für diesen hier macht es einen Unterschied.

Ich persönlich fand die Geschichte total klasse und habe sie oft als mein Leitmotiv gesehen.

Warum die Vergangenheitsform? Weil ich dazugelernt habe und das möchte ich heute mit dir teilen.

Viele Menschen wollen gerne helfen und Gutes tun.

Wie sieht es da bei dir aus? Fühlst du dich auch gut und wertvoll, wenn du anderen hilfst? Sicherlich löst helfen positive Gefühle aus.

Doch es gilt, beim Helfen auch mal genauer hinzuschauen.

Wie ich das meine? Bei einem freundlichen Lächeln im Supermarkt gegenüber der Kassiererin oder dem Sitzplatz im Bus den man der älteren Dame anbietet, da kann nicht viel Schief gehen. Das sind wirklich schöne Kleinigkeiten die unsere Welt ein kleines Stück heller und freundlicher machen.

Doch was ist mit tiefgreifenderen Angelegenheiten?

Standest du auch schonmal vor der schwierigen Frage, wie du einem Freund oder Freundin aus der Klemme hilfst? Wie du deinen Kindern den ein oder anderen Schmerz ersparst? Wie du deine Nachbarin auf den vermeintlich rechten Weg bringst?

Das alles sind keine Kleinigkeiten mehr. Das alles kann unsere Welt auch ein Stück heller und freundicher machen, die Betonung liegt aber auf KANN.

Nun liegt erstmal die Arbeit bei dir, ob dieses „KANN“ Realität wird.

Denn so ein Seestern, der liegt da einfach am Strand. Der hat keine eigene Meinung. Der hat keine Arme und Beine, um sich selbst zu helfen. Der hat keinen Mund um nach Hilfe zu fragen.

Jedoch dein Freund, deine Kinder und deine Nachbarin haben das. Daher ist der erste Schritt beim Helfen, bei sich selbst zu schauen: Warum möchte ich demjenigen gerne helfen und ist meine Hilfe überhaupt erwünscht.

Manchmal verstricken wir uns nämlich in unserer eigenen Geschichte. Wir wollen gerne unseren Kindern helfen, damit sie nicht das selbe erleben wie wir selbst, oder wir wollen der Nachbarin helfen, weil wir nachvollziehen können, welch schwierige Zeit sie gerade durchlebt.

Mache dir bitte bewusst: DEIN LEBEN IST NICHT DAS DER ANDEREN

Vielleicht sind die Erfahrungen die deine Kinder, Nachbarin etc. machen zwar ähnlich, aber nie identisch.

Von daher ist es wichtig sich selbst und dem anderen den Freiraum zum Lernen und Erfahren zu lassen.

Ein Anstoß durch das Teilen von eigenen Erfahrungen, ein Aufmerksam machen auf Wissen oder ein Hinweis, dass man gerne zur Seite steht, reicht häufig schon aus.

Jeder Mensch ist ein in sich geschlossenes System in das niemand eindringen kann. In dem also auch niemand ungefragt helfen und retten kann.

Also bitte schützt euch selbst indem ihr zwar das System, das Denken, das Fühlen des Anderen ein wenig ins Ungleichgewicht bringt mit euren Ideen – denn nur dadurch kann der anderen den Impuls in eine neue Richtung bekommen und selbst Interesse an Lösungen entwickeln – fühlt euch aber nicht als Retter verantwortlich für die Entwicklung.

Und wenn nicht, dann ist das nicht deine Schuld, sondern der andere hat sein System einfach verschlossen – und das ist seine ganz freie, eigene Entscheidung.

Fühle dich frei zu helfen – und fühle dich frei dich selbst zu schützen.

Möchtest du mehr darüber erfahren, wie dein eigenes System aufgebaut ist? Wie dich dein Lebensweg geprägt hat und wie du mehr zu dir selbst kommen kannst? Dann lass uns gemeinsam diesen deinen Weg erkunden.

Beitragsbild: Yellowj/shutterstock.com

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