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„Sie sieht durch die Wolken die Sonne“

Sie sieht durch die Wolken die Sonne.

Über diesen wunderschönen Satz aus einem Lied von „Pur“ bin ich in den letzten Jahren schon mehrfach gestolpert.

Er sprach mich an, fühlte sich erstrebenswert an.

Doch was löst dieser Satz aus? Welche Gefühle und Assoziationen löst er bei dir aus?

Ich persönlich hatte immer die Vorstellung, dass „Sie“ fröhlich, glücklich, hochmotiviert durchs Leben geht und andere begeistert mit ihrer frischen, fröhlichen und lockeren Art.

Wow – was für ein Anspruch. Hatte ich nicht gerade geschrieben, der Satz klinge erstrebenswert?

Ich finde diesen Satz immer noch sehr schön, ich kann ihn aber nun in einem anderen Licht betrachten.

In der heutigen Zeit geht es viel um Selbstoptimierung. Wie kann ich noch besser werden? Noch glücklicher? Noch ausgeglichener?

Da kann ein solcher Satz nochmal zusätzlich Druck machen.

Und genau das ist es, worüber ich heute schreiben möchte: Der Druck, welcher in uns entsteht, weil wir alle in unseren Köpfen die verschiedensten Sätze umherschwirren haben, die uns das Leben nicht unbedingt leichter machen.

Überlege einmal, welche Sätze (Glaubenssätze) du so verinnerlicht hast und ob die die Assoziationen, die du damit verbindest, überhaupt realistisch zu erreichen sind.

Wenn ich mir den Satz „Sie sieht durch die Wolken die Sonne“ heute anschaue, dann habe ich da noch mehr Assoziationen.

Nämlich, dass es sehr viel Wert ist, seine Sonne – also seine Wünsche, Ziele, Vorstellungen – zu kennen und sich ihnen langsam, aber stetig zu nähern.

Wer sagt denn, dass der Weg zur Sonne immer nur freudestrahlend gegangen werden muss? Die Gesellschaft? Aber was genau ist falsch daran, auf diesem Weg zu schimpfen, zu fluchen, zu stolpern, mal vom Weg abzukommen oder einfach mal eine Pause zu machen? Sieht man dann die Sonne nicht mehr ?

Ich glaube doch.

Wenn du dich jetzt fragst, wie du mehr über deine Glaubenssätze erfährst, lade ich dich zu einer kleinen Übung ein.

Lege dir einen Zettel und eine Stift an einen Platz an dem du häufig vorbeikommst. Dann kannst du jederzeit Gedanken und Gefühle aufschreiben, welche dir so in den Sinn kommen.

Dies können Negative und auch Positive Sachen sein.

Wenn du dir dann in ein paar Tagen diesen Zettel anschaust, wirst du mit großer Sicherheit ein Muster entdecken, bei den Sätzen die da so stehen.

Und dieses Muster offenbart, den ein oder anderen Glaubenssatz.

Solche Glaubenssätze können zum Beispiel sein:

– Ich bin nur wertvoll, wenn ich für andere da bin

– Ich bin zu faul

– Ich erreiche meine Ziele nie.

– Alle Anderen schaffen das, nur ich nicht.

Und wenn du dann solche Glaubenssätze für dich herausgefunden hast, bist du schon ein ganzes Stück weiter. Denn sie werden dir dann im Alltag immer mehr auffallen.

Nein, wie schrecklich magst du jetzt vielleicht denken.

Tatsächlich kann das am Anfang immer wieder erschreckend sein, wenn man seinen Glaubenssätzen da so zuhört.

Wenn du sie aber schon mal hören kannst, kannst du ihnen auch gleich sagen, dass das so gar nicht stimmen kann.

Denn es gibt nie nur DIE EINE Sichtweise.

Ich wünsche dir viel Freude auf dem Weg die dunklen Wolken vor deiner Sonne wegzuschieben.

Und gerne stehe ich dir dabei auch zu Seite.

Quellenangabe: Foto : Roman Sakhno/shutterstock.com

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