Eingesperrt

Gefühlswege-Blog

Die eingesperrte Prinzessin

Überblick

Wenn äußere Umstände dich dazu zwingen dich dir selbst und auch deinen Schattenthemen zuzuwenden, dann ist die Zeit gekommen alle Gefühle willkommen zu heißen. So beginnt der Weg der Heilung.

Ich heiße Christina Eberitsch, bin Mama von 4 Kindern, Ehefrau und arbeite als systemische Beraterin mit Schwerpunkt Familien in Unterwellenborn.

Die eingesperrte Prinzessin

Was mit dir passiert, wenn du deiner Selbstwirksamkeit „beraubt“ wirst

Eingesperrt

Du kümmerst dich den ganzen Tag um die Kinder. Du organisierst, bastelst, backst und kochst. Wäscht Wäsche und räumst auf. Vielleicht kannst du aufgrund von Corona aktuell nicht arbeiten gehen, weil die Kita deine Kinder in Quarantäne geschickt hat oder weil dein Arbeitgeber Kurzarbeit angemeldet hat.

Wie fühlt sich das an, wenn du diese Zeilen liest? Unbefriedigend? Höchstwahrscheinlich schon, denn weder die Kinder, noch die Wäscheberge sind dir dankbar, dass du all das tust. Kinder müssen auch nicht dankbar sein.

Doch ich behaupte, selbst wenn deine Kinder und dein Mann dir oft sagen, dass sie froh sind, dass du da bist, dass du einen fantastischen Job machst – dann kannst du das nur sehr eingeschränkt glauben.

Die meisten von uns haben gelernt, sich über Dinge im Außen zu definieren. Welchen Beruf habe ich. Welches Hobby übe ich aus. Wie viele Freunde habe ich. Welche Klamotten trage ich. Bin ich Vegetarier oder Fleischesser. Doch sind das wirklich wir? Oder ist das einfach nur ein Bild von uns?

Egal, ob du gerade mit deinem Neugeborenen zu Hause sitzt, ob Corona dich in die eigenen vier Wände zwingt oder sonstige Umstände. Häufig tritt in diesen Zeiten zu Tage, was wir im Alltag so schön zu verstecken versuchen. Angst, Wut, Trauer, Unsicherheit, eigenes Anspruchsdenken.

Ich persönlich, kam mir in der ersten Zeit mit Kind häufig vor, wie die eingesperrte Prinzessin im Schloss. Ich bekam alles was ich mir wünschte, da ich es mir ja selbst nicht erfüllen konnte, doch glücklich war ich damit nicht. Denn ich hatte MICH verloren.

Und darüber möchte ich heute schreiben, dass egal wie die Umstände sind, es wichtig ist, sich selbst zu kennen, sich selbst zu respektieren und nicht abhängig von Bewertungen, Lohnzahlungen oder Likes zu sein. Denn wir alle erleben gerade, dass diese Welt schneller zusammenbrechen kann, als uns das lieb ist.

Ernsthaft? Du denkst jetzt vielleicht wie dreist ich sein kann, in einer so schweren Zeit, wo du schon so viele Aufgaben hast und alles genommen bekommen hast, von dir zu erwarten dich selbst kennen und lieben zu lernen.

Allerdings ist das der allerwichtigste Teil deines Lebens – DU. Und nur wenn du wirklich weißt, wer du bist, kannst du dich selbst und deine Grenzen schützen UND für andere da sein.

Daher gebe ich dir heute eine kleine Aufgabe mit an die Hand:

Lege dir einen Block oder Post-its in Greifweite und schreibe einen Tag lang auf was du fühlst. Angst, Wut, Verzweiflung, Freude. Was hat dir Angst gemacht? Was macht die wütend? Was lässt dich verzweifeln?  Und so machst du dich langsam auf den Weg zu dir.

Gerne stehe ich dir bei diesem Weg zur Seite.

Deine Christina Eberitsch

Quelle: Fotos Shutterstock/Cristina Conti

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